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Ludwig Theodor Thunsdorff wurde am 13.1.1838 in Königsberg als Sohn des Steuerkontrolleurs Johann Friedrich Thunsdorff (1800-1865) und seiner zweiten Frau Carolina Augustina geb. Klein (1811-1858) geboren.
Er heiratete am 2.1.1869 Marie Luise Faber (☼ 25.2.1843 in Königsberg)1870 wurde Sohn Karl, 1875 Sohn Oskar geboren.
Ludwig Theodor Thunsdorff starb 56 jährig am 29.11.1894 in Königsberg, seine Frau Marie Luise am 8.3.1912 in Insterburg.
Es gibt nur noch wenige Informationen über Theodor Thunsdorff. 1937 übersandte die „Direktion der Feuersozietät für die Provinz Ostpreußen“ auf Bitte seines Sohnes Oskar Abschriften aus der Personalakte von Theodor Thunsdorff. Eine Abschrift ist ein von ihm selbst im Jahr 1883 angefertigter Lebenslauf - für welchen Zweck ist unbekannt. Im Folgenden wird er im Wortlaut wiedergegeben - wie sich die Zeiten geändert haben!
„Königsberg Pr., d. 8.Juni 1883
Lebenslauf des Kanzlisten der Ostpr. Ländlichen Feuersozietät Ludwig Theodor Thunsdorff zu Königsberg Pr.
Am 13. Januar 1836 wurde ich zu Königsberg in Pr. geboren und im evangelischen Glauben von meinen Eltern, den Steuerkontrolleur Friedrich und Caroline geb. Klein – Thunsdorff’schen Eheleuten erzogen und nach Vollendung des 7. Lebensjahres zur Schule geschickt. Meinen ersten Schulunterricht erhielt ich in der Elementarschule, vom 11. Oktober 1850 dagegen, als der Trieb zum Lernen in mir erwachte, in der Realschule auf der Burg, welche ich von der Sexta ab bis zum 30. März 1857 besuchte und mit dem Sekundanerzeugnisse ausschied. Da ich zum einjährigen Freiwilligen-Dienst von Seiten der Militärbehörde zu schwach erklärt und auf drei Jahre zurückgestellt worden war, entschloss ich mich, das Bürowesen kennen zu lernen und demnächst als dreijähriger Freiwilliger beim Militär einzutreten. Die Vorbildung im Bürodienste erhielt ich bis zu meinem Eintritte beim Militär bei Herrn Justiz-Rat Koch hierselbst. Am 26. Oktober 1858 trat ich bei der 12. Kompanie des 2. Ostpr. Grenadier-Regiments Nr. 3 als dreijähriger Freiwilliger ein, wurde am 7. Oktober 1860 zum Unteroffizier befördert und am 1. Oktober 1860 zur Reserve entlassen. Nach meinem Ausscheiden vom Militär erwarb ich mir durch geometrische Arbeiten – Vermessen ländlicher Ländereien, Feldvergleichungen und Anfertigung von Karten – meinen Lebensunterhalt und wurde am 27. Juli 1865 Kanzlist der Ostpr. Ländlichen Feuersozietät, welche Stellung ich bis jetzt bekleide. In den letzten 10 Jahren bin ich von der Königlichen Direction mit der selbstständigen Bearbeitung einiger Kreise betraut worden.
Vom 13. Mai bis 19. September 1866 und vom 23. November 1870 bis 5. April 1871 wurde ich in Folge der Mobilmachung zur Fahne einberufen, und machte den Österreichischen Krieg vor dem Feinde (bei Königsgrätz und Trautenau), den Französischen Krieg in der Garnison behufs Bewahrung der Kriegsgefangenen mit.
An Orden und Ehrenzeichen besitze ich: - Die Krönungsmedaille, - die Kriegsdenkmünze für Kombattanten pro 1866, - die Kriegsdenkmünze von Stahl am Kombattantenbande pro 1870/71 - und die Landwehrdienstauszeichnung II. Klasse.
Ich bin mit einer geborenen Maria Faber seit 14 Jahren verheiratet und sind unserer Ehe zwei Söhne entsprossen, welche sich im Alter von 13 und 8 Jahren befinden und das Realgymnasium auf der Burg besuchen.
gez. Thunsdorff, Kanzlist der Ostpr. Ländl. Feuersozietät“
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